Video: Wie entstehen Tornados?

Im Kreis Viersen hat ein Tornado umfangreiche Verwüstungen angerichtet. Doch wie entsteht eigentlich ein Tornado? Die ersten Momente des Tornados im Kreis Viersen können in einem Video unseres Lesers Marco Bayer hautnah verfolgt werden. 

Natur & Umwelt – In der Luft muss nach oben reichlich Energie und seitlich Bewegung sein. Das trifft beispielsweise auf große Gewitterzellen zu, die unten von einem Querwind angeblasen werden: Am Boden kann es heiß sein, die Luft steigt mit Schwung nach oben und nimmt reichlich Feuchtigkeit mit. Oben kondensiert die Feuchtigkeit und gibt reichlich Energie an die Umgebung ab. Einfach ausgedrückt, entsteht so ein riesengroßer aber noch harmloser Staubsauger, der zunächst einmal nur Luftfeuchtigkeit und unterschiedlich warme Luft transportiert.

Video: Marco Bayer/Schwalmtal

Damit aus dem langsamen Lufttransport ein Tornado wird, muss die Luft in Drehung versetzt werden. Das geschieht üblicherweise mit unterschiedlichen Windrichtungen oben und unten. Anstelle einer langsam wabernden Luftschicht hat man nun einen reißenden Tornado – ähnlich einem sehr schnell drehenden Wasserstrudel.

Tornados treten am häufigsten in den USA auf. Im mittleren Westen, Flachland, erstreckt sich die „Tornado Alley“ über hunderte Kilometer, bekannt auch aus dem Kinofilm „Twister“. Gewitter, Flachland und Scherwinde kommen auch in unseren Breiten vor. Schon im vorletzten Jahrhundert hat eine Windhose die Viersener Ortsteile Lind, Loosen, Bistard bis nach Süchteln erwischt, wobei viele Gebäude beschädigt und reihenweise Bäume entwurzelt wurden. Was am 1. Juli 1891 als Windhose bezeichnet wurde, war nichts anderes als ein dicker Tornado. Eine kleine Gedenkkapelle erinnert heute noch daran.

Die Bezeichnungen für einen Tornado können unterschiedlich sein. Früher wurde sehr oft von einer „Windhose“ berichtet. Technisch ist es das gleiche Phänomen. Auch eine „Wasserhose“ (etwa auf hoher See) funktioniert nach demselben Prinzip.

Gefahr!

Rund um den Tornado kann es arg ungemütlich werden. Windgeschwindigkeiten von ein paar Hundert Kilometer pro Stunde sind möglich. Der Sog kann so stark werden, dass Autos, Menschen oder ganze Gebäude einfach mitgerissen werden. Die extremen Winde und die extreme Sogwirkung können auch schwere Gegenstände in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit herumschleudern – wie Balken, Bäume, Dachteile.

Wer möchte, kann übrigens mit Wasser ungefähr nachmachen, warum ein Tornado so stark sein kann. Füllen Sie eine normale Plastikflasche mit Wasser. Drehen Sie die Flasche einfach um. Gluck, gluck, gluck, läuft das Wasser langsam heraus. Harmlos. Deutlich schneller leert sich die Flasche, wenn man sie mit der Hand kurz drehend bewegt, bis ein Strudel entsteht. Das Wasser wird dann mit einem Strudel geradezu aus der Flasche gesaugt. (gg)

Video: Rheinischer Spiegel