Süchteln: Brand in Mehrfamilienhaus vermutlich vorsätzlich gelegt

Das Feuer in einem Mehrfamilienhaus auf der Friedrich-Ebert-Straße in Süchteln den späteren Abend- oder Nachtstunden des Dienstag/frühen Mittwochs dürfte gelegt worden sein. Zu diesem Schluss kamen die Brandermittler der Kripo nach Begutachtung des Brandorts. Die Polizei sucht nach Hinweisen und Zeugen.

Viersen-Süchteln – Gegen 1:38 Uhr in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch erreichte der Alarm die Viersener Feuerwehr. Berichtet wurde von Rauchgeruch und Feuer in einem Gebäude mit vielen Menschen. Einsatzkräfte der hauptamtlichen Wache und des Löschzuges Süchteln einschließlich der Löschgruppe Hagenbroich rückten aus. Sie erkannten am Einsatzort starke Rauchentwicklung. Daraufhin wurde der Löschzug Dülken nachalarmiert. Die Feuerwehr stellte fest, dass es in einem Kellerraum des Hauses brannte. Die Kunststoffrohre der Wasserversorgung waren durch die Hitze geschmolzen. Das austretende Wasser hatte das Feuer bereits weitgehend gelöscht. Gegen 2:01 Uhr schien das Feuer aus. Die Evakuierung des Hauses, die Polizei und Feuerwehr bereits eingeleitet hatten, wurde unterbrochen. Die Feuerwehr belüftete das Haus. Zeitgleich begannen Feuerwehr und Rettungsdienst, alle Wohnungen und alle Bewohnerinnen und Bewohner zu sichten. Von den 59 in dem Haus gemeldeten Menschen verbrachten 14 den Rest der Nacht in der Turnhalle der Gemeinschaftshauptschule Süchteln, konnten zum Abend jedoch wieder zurück in ihre Wohnungen. Verletzt wurde niemand.

Nachdem sich der Rauch im Keller gelichtet hatte, stellten die Wehrleute fest, dass Stromkabel in den Verteilerkästen und darüber hinaus schmorten. Wie weit sich diese Gefahr ausgebreitet hatte, ließ sich nicht feststellen. Daraufhin wurde beschlossen, das gesamte Gebäude aus Sicherheitsgründen zu evakuieren. Die Feuerwehr organisierte einen Bus von NEW und klärte, dass Personen, die nicht anderweitig unterkamen, in der Turnhalle der Gemeinschaftshauptschule Süchteln untergebracht werden können. Die Feuerwehr brachte Feldbetten zur Schule. Das Deutsche Rote Kreuz gewährleistete die Versorgung der Menschen. Die organisatorische Abwicklung in der Schule wurde vom Notdienst des städtischen Ordnungsamtes übernommen. Insgesamt 14 Menschen nahmen das Angebot wahr und ließen sich zur Schule fahren. Eine hochbetagte Bewohnerin des Hauses wurde ins Krankenhaus gebracht. Sie war unverletzt, hätte aber in der Turnhalle nicht angemessen versorgt werden können.

Im weiteren Verlauf der Nacht waren nochmals kleinere Nachlöscharbeiten erforderlich. Das Haus wurde vom Energieversorger NEW stromlos geschaltet. Feuerwehr und Polizei überprüften alle Wohnungen, um sicherzustellen, dass keine Menschen mehr in dem Haus waren.

Nach ersten Erkenntnissen der Feuerwehr war ein Kellerraum aufgebrochen worden. In diesem Raum brannten dort abgelegte Gegenstände. In dem Gebäude hatte es bereits in der Vergangenheit Feuer gegeben. Dass das Feuer in einem Mehrfamilienhaus auf der Friedrich-Ebert-Straße gelegt worden sein dürfte, zu diesem Schluss kamen die Brandermittler der Kripo nach Begutachtung des Brandorts. Nach diesen Feststellungen ist davon auszugehen, dass jemand in den späteren Abend- oder Nachtstunden des Dienstag/frühen Mittwochs dort gelagerte Gegenstände in einem der Kellerräume angesteckt hat. Die Kripo fragt: Wer hat in dem Haus im Keller zur fraglichen Zeit Beobachtungen gemacht, die mit dem Brand zusammen hängen könnten? Wer kann sonstige Hinweise auf einen Brandstifter geben? Hinweise bitte an das KK 1 unter der Rufnummer 02162/377-0.

Foto: Stadt Viersen

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