Richtfest in Viersens erster Klimaschutzsiedlung

Es war ein Pokerspiel bei dem wechselhaften Wetter, als gestern Mitglieder der Genossenschaft, Vorstand, Handwerker und Gäste zusammenkamen um dabei zu sein, wenn Zimmerermeister Richard Greitemann den Richtspruch zu Viersens erster Klimaschutzsiedlung sprach. Dabei hatte der Bauherr, die GWG Viersen, nicht nur die Sonne im Herzen, sie schien auch als das ökologische Wohnquartier die Halbzeit zur Fertigstellung verzeichnen konnte.

Viersen – Dabei haben die Interessenten der Wohnungen von 30 qm bis hin zu 109 qm lange gewartet, denn die ursprüngliche Fertigstellung war bereits vor Monaten geplant. Der erste Spatenstich verschob sich, doch beim Richtfest zeigte sich schnell: Die Wartezeit hat sich gelohnt. Mittlerweile wird an der Viersener Oststraße seit neun Monaten gebaut. 166 Tonnen Stahl wurden im Gebäude verarbeitet, 33 Handwerksbetriebe von Aufzugbauern bis hin zum Zimmermann Richard Greitemann aus Eslohe, der den Richtspruch hielt, sind involviert. Sie bauen nicht nur an Viersens erster Klimaschutzsiedlung, sondern an einem modernen Passivhaus mit Erdwärme Photovoltaik und Solartherme, Speichersysteme für Warmwasser und Sonnenstrom und E-Mobilität.

„Die Klimaschutzsiedlung wird Umweltstandards setzen“, betont Heinz Fels, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Viersen, der das Richtfest gekonnt charmant und mit kleinen Witzen eröffnet. Dass Projekt erfüllt die höchsten Anforderungen der KFW und ist als Klimaschutzsiedlung des Landes NRW offiziell anerkannt. Dafür musste das Konzept strenge energetische, ökologische und soziale Vorgaben erfüllen – was sich allerdings auch auf den Mietpreis von rund 8,50 Euro pro Quadratmeter niederschlägt. Ein Kostenfaktor der einige der erschienenen Interessenten noch überlegen lässt, wobei der Gedanke an den ökologischen Hintergrund für viele im Vordergrund steht. Voraussichtlich werden im Mai 2018 die ersten Mieter einziehen können, die dann Zeichen setzen selbst bei der Produktion von CO², denn die 50 qm Wohnungen produzieren im Vergleich zu Alt-Bauten der gleichen Größe wesentlich weniger. 450 kg CO² werden es voraussichtlich sein, 10.000 kg CO² stehen in anderen Wohnungen dagegen. „Das Ziel“, so Heinz Fels, „sind aber 0 kg, darauf arbeiten wir hin. Ein schwieriges und sehr anspruchsvolles Unterfangen, dem wir uns gerne aussetzen.“

Insgesamt 48 Wohnungen entstehen von 49 bis 109 qm, damit können die Wohnbedürfnisse von alleinstehenden Menschen ebenso erfüllt werden wie die einer größeren Familie. Drei Ein-Raum-Appartements bis 30 qm vervollständigen das Wohnangebot – sie können auch als „Satellitenwohnungen“ etwa für ältere Kinder, Pflegekraft oder ein Büro genutzt werden. Die Klimaschutzsiedlung, die mit einer Bausumme von 11 Mio. Euro entsteht, bietet den künftigen Bewohnern zudem die Möglichkeit elektrisch mobil zu sein, denn die Wohnungsgenossenschaft Viersen will ein oder zwei Elektrofahrzeuge in einem Carsharing-Modell zu Verfügung stellen. Außerdem sind Unterstell und Auflademöglichkeiten für E-Bikes berücksichtigt. Die insgesamt drei Gebäude umfassende Klimaschutzsiedlung wird über einen Gemeinschaftsraum verfügen. Hier können beispielsweise Familienfeiern stattfinden, außerdem plant die Wohnungsgenossenschaft regelmäßige Lesungen (www.klimaschutzsiedlung-viersen.de). (pl)

Foto: Martin Häming | Quelle: www.viersen-inside.de