PETA: Kritik an Pferden in Karnevalszügen

Zwei Tage vor Weiberfastnacht veröffentlichte PETA eine aktuelle INSA-Meinungsumfrage unter NRW-Bürgern zum Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen. Gestern kam es im Kölner-Rosenmontagszug zu einem Unfall, bei dem die Tiere und Zugteilnehmer verletzt wurden. Auch in Viersen laufen Pferde direkt zwei Mal im Zug mit, weshalb die Kritik gegen diese Teilnahme immer lauter wird.

Viersen – In vielen Städten ist die Teilnahme von Tieren in Karnevalszügen bereits verboten. Harte Wurfgeschosse, erschreckende Pfiffe und eine erhöhte Unfallgefahr für Mensch und Tier hatten es nötig gemacht. In der Stadt Viersen wurde ein solches Verbot bisher nicht ausgesprochen, doch mittlerweile häufen sich auch hier die Kritiker, die immer wieder ein solches Verbot fordern.

PETA hat hierzu gerade erst eine INSA-Meinungsumfrage veröffentlicht, bei der sich eine knappe Mehrheit – rund 47 Prozent der Befragten – dabei für ein Verbot von Pferden in Karnevalszügen aussprach, nach dem gestrigen Unfall in Köln dürfte diese Zahl aktuell steigen. Aufgrund der enormen Stressbelastung für die Tiere sowie der hohen Unfallgefahr richtet sich die Tierrechtsorganisation mit dem Appell an die Lokalpolitiker, den Einsatz von Pferden bei künftigen Umzügen zu untersagen.
„Der Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen ist unverantwortlich. Durch den Lärm, die Menschenmassen und das hektische Treiben sind Menschen und Tiere einem enormen Risiko ausgesetzt“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Für die Feiernden ist der Umzug ein Vergnügen, für die Pferde hingegen purer Stress.“

Wie stehen Sie zu der Teilnahme von Pferden im Viersener Karnevalszug?

Pferde sind Fluchttiere und sehr schreckhaft. Laute Musik, fliegende Süßigkeiten und ausgelassene Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere bei Karnevalsumzügen über Stunden hohem Stress aus. Auch bei trainierten Pferden können bereits geringe Störungen den Fluchtinstinkt auslösen. Fast jedes Jahr werden Menschen und Tiere dabei verletzt. In mehreren Städten sind Pferde bei Karnevalsumzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen mittlerweile verboten oder nur eingeschränkt erlaubt. Neben dem Einsatz der Pferde während der Karnevalsumzüge kritisiert PETA auch die tierschutzwidrigen Trainingsmethoden, mit denen die sensiblen Tiere im Vorfeld „desensibilisiert“ werden. Dazu werden die Pferde regelmäßig mit lauter Musik beschallt oder durch Knallgeräusche erschreckt. Scharfe Gebisse kommen ebenfalls zum Einsatz, um die Pferde mit Schmerzen kontrollieren zu können. (cs)

Foto: Martin Häming/Carmen Lange