Nils Röseler verlängert bei VVV: Rückblick auf eine erfolgreiche Saison 2017/18

Innenverteidiger Nils Röseler hat seinen ursprünglich bis 2019 laufenden Vertrag beim VVV-Venlo bis 2020 verlängert. Der deutsche Innenverteidiger absolvierte in dieser Saison die meisten Einsatzminuten aller VVV-Profis und zählte zu den Garanten für den Klassenerhalt.

Foto: Rheinischer Spiegel

Fußball – Sportdirektor Stan Valckx freut sich über den längeren Verbleib von Röseler beim VVV: „Nils war in der Meisterschaftssaison in der zweiten Liga und nun auch ein Niveau höher in der Eredivisie ein absolut verlässlicher und wichtiger Faktor für unsere Mannschaft. Wir freuen uns, dass er mit uns den Weg weiter gehen will.“ Auch Röseler selbst freut sich auf weitere Jahre an der deutschen Grenze: „Aus der Vertragsverlängerung spricht enormes Vertrauen seitens des Vereins in meine Person. Das ist für mich ein wichtiger Faktor. Zudem fühle ich mich hier im Verein sehr wohl und sehe gute Perspektiven mit unserem Team“, so der 26-Jährige am Rande der Vertragsunterzeichnung.

Zum Ende der Saison hin ist es zudem auch Zeit auf die vergangene Spielrunde zurückzublicken. Vier Jahre dauerte es, bis VVV-Venlo am 12.08.2018 sein Comeback in der höchsten Spielklasse der Niederlande, der Eredivisie, geben durfte. Als frischgebackener Zweitliga-Meister und damit direkter Aufsteiger traten die Grenzstädter mit lediglich drei Neuzugängen in der Startelf (Unnerstall, Thy, Tissoudali) gegen Sparta Rotterdam an und setzten mit einem beeindruckenden 3:0 Heimsieg direkt ein Ausrufezeichen. Es folgte der erste Sieg in der 115-jährigen Clubgeschichte beim FC Twente Enschede und Venlo grüßte nach zwei Spieltagen gemeinsam mit ein paar anderen Team von der Tabellenspitze. Nach starkem Fight musste Maurice Steijn mit seinem unerfahrenen Team am dritten Spieltag vor heimischem Publikum gegen Rekordmeister Ajax Amsterdam die erste Niederlage der Spielzeit einstecken (0:2). Es folgten weiterhin aufsehenerregende Unentschieden beim FC Groningen, gegen PEC Zwolle, sowie bei Vitesse Arnheim. Perfekt gemacht wurde der tolle Saisonstart durch einen Auswärtssieg bei Excelsior Rotterdam. VVV belegte nach sieben Spieltagen einen sensationellen siebten Tabellenplatz, wohlgemerkt mit dem geringsten Budget aller Erstligisten. Es folgte das nächste Highlight-Heimspiel, der spätere Meister der Eredivisie, PSV Eindhoven kam zu Besuch ins erneut restlos ausverkaufte Seacon Stadion – De Koel.

Nach einer Stunde trauten die Zuschauer ihren Augen nicht, denn Venlo lag mit 2:1 in Front. Nach einer unnötigen roten Karte brachten sich die tapfer kämpfenden VVV-Akteure allerdings um den verdienten Lohn und mussten am Ende mit 2:5 die höchste Saisonniederlage einstecken. Es folgte die erste Schwächephase der Spielzeit, denn auch die folgenden acht Spiele wurden nicht mehr gewonnen. Punkte gab es dennoch durch Unentschieden gegen NAC Breda, Willem II Tilburg, den SC Heerenveen und nicht zu vergessen das Last-Minute 1:1 bei Meister Feyenoord Rotterdam. Rund um die Winterpause fingen sich die Grenzstädter dann wieder und setzten sich Dank vier Siegen und einem Unentschieden in fünf Spielen wieder im oberen Mittelfeld der Tabelle fest. Den Anfang machte der erste Sieg jemals bei Lokalrivale Roda JC Kerkrade, gefolgt vom 3:1 Heimsieg gegen Heracles Almelo an Heiligabend mit einem Thy-Hattrick. Das neue Jahr startete mit einem 1:1 in Den Haag, sowie einem Sieg in Breda, gefolgt vom absoluten Saisonhighlight, dem 1:0 Heimsieg gegen Meister Feyenoord Rotterdam. Clint Leemans verwandelte fünf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit einen Foulelfmeter souverän und brachte „De Koel“ passend zum Jubiläumsheimspiel zum 115. Geburtstag zum Kochen. Venlo roch an den Europa-League-Plätzen der Eredivisie und das ganze Land schaute ungläubig auf den sympathischen Aufsteiger aus Venlo, der mit drei deutschen Profis, sowie ansonsten erstliga-unerfahrenen Kräften auf dem Platz für Furore sorgte. Es folgte eine ernüchternde 0:3 Pleite in Tilburg, daraufhin allerdings wieder ein Unentschieden beim Top-Team Alkmaar, zu Hause gegen Groningen und Arnheim, sowie in Zwolle.

26 Spieltage waren absolviert und der Klassenerhalt für Venlo so gut wie sicher. Eine korrekte Annahme, das Saisonfinale hatten sich die Meisten dann allerdings doch anders vorgestellt. Aus den letzten acht Saisonspielen holte VVV-Venlo lediglich noch einen Zähler vor heimischem Publikum beim 0:0 gegen den späteren Absteiger Twente Enschede, alle anderen sieben Partien gingen verloren und so rutsche Maurice Steijn mit seinem Team noch vom Tabellenmittelfeld bis auf Rang 15 ab. Die Gründe für den Leistungseinbruch fasst Venlos Sportdirektor Stan Valckx zum Saisonende hin folgendermaßen zusammen: „Es war eine fantastische Saison für uns als Aufsteiger. Wie wir Drei-viertel der Saison absolviert haben, haben uns die größten Optimisten nicht zugetraut. Zum Ende hin mussten wir unserem kleinen Kader Tribut zollen. Eigentlich haben wir mit 13 Spielern, sowie drei bis vier länger verletzten oder auch im Winter gewechselten Akteuren die gesamte Saison bestritten, gelegentliche Kurzeinsätze ausgenommen. Das war vor der Saison eine riskante Entscheidung, denn Verletzungen oder besonders zum Saisonende hin (Gelb-)Sperren haben unsere Personallage natürlich enorm angespannt. Zudem war es für fast alle Spieler unseres Kaders die erste Saison auf diesem Leistungsniveau. Dieses Risiko sind wir allerdings bewusst gegangen, da wir mit unserem kleinen Etat ein qualitativ gutes Team aufbieten wollten, zu Lasten der Quantität. Wir haben die Saison allerdings bereits gründlich analysiert und werden hier im kommenden Jahr versuchen noch ein bis zwei Spieler mehr auf ähnlichem Leistungsniveau hinzu zubekommen.“

Neben der regulären Saison überraschte VVV auch im niederländischen Pokal, dem KNVB-Beker. Nachdem in der ersten Runde die Amateure aus Veghel souverän ausgeschaltet wurden, bezwangen die Grenzstädter in der zweiten Runde vor heimischer Kulisse Europa-League-Teilnehmer FC Utrecht. Im Achtelfinale dann allerdings das Hammer-Los, ein Auswärtsspiel beim späteren Meister PSV Eindhoven, wo Venlo am Ende auch den Kürzeren zog. Ebenfalls für Aufsehen sorgte Venlos deutscher Stürmer Lennart Thy im März diesen Jahres als er aufgrund einer Blutplasma-Spende für einen todkranken Patienten in Absprache mit dem Verein freiwillig zwei Wochen dem Spiel- und Trainingsbetrieb fernblieb. Lennart Thy und VVV-Venlo bekamen Lob und Zuspruch aus der ganzen Welt. TV- und Radiosender aus dem In- und Ausland berichteten von dieser einmaligen Aktion. Nahezu alle Sportmedien zollten dieser grandiosen Geste Lennart Thys Respekt. In Abwesenheit wurde Venlos Mittelstürmer beim verpassten Duell bei der PSV Eindhoven zum „Man of the match“ gewählt und erhielt im ganzen Land großen Beifall. Der schönste Nebeneffekt: Rund 20.000 neue Registrierungen für die Stammzellenspende in den Niederlanden.

Aktuelles aus der Eredivisie gibt es ebenfalls noch zu vermelden. Im Finale um den verbliebenen Europa-League-Startplatz kämpfen diese Woche Vitesse Arnheim (setzte sich gegen ADO Den Haag durch) und der FC Utrecht (setzt sich gegen den SC Heerenveen durch). Um die zwei verbliebenen Plätze in der Eredivisie kämpfen in den kommenden Tagen noch die Teams von Sparta Rotterdam (setzte sich gegen den FC Dordrecht durch) und der FC Emmen (setzte sich gegen NEC Nijmegen durch), sowie De Graafschap Doetinchem (setzte sich gegen Telstar IJmuiden durch) und Almere City (setzt sich gegen Roda JC Kerkrade durch). Venlos Lokalrivale Roda JC Kerkrade ist damit aus der Eredivisie abgestiegen.

Einen lockeren Testspielsieg konnte VVV-Venlo am gestrigen Abend einfahren. Gegen die lokalen Amateure des RKVB Baexem hieß es am Ende 7:0 für den Erstligisten. Die Tore erzielten Leroy Labylle (3), Vito van Crooij (2), Romeo Castelen, Lennart Thy Venlo spielte in folgender Aufstellung: D. van Crooij (46. Verbong), Promes (46. Janse), Röseler (46. Korkmaz), Janssen (65. Rijkers), Dekker, Labylle, V. van Crooij (65. Linthorst), Leemans (65. Gielen), Castelen (46. Bezzat), Hunte (65. Van der Vorst), Thy (46. Jakobsen). Am Freitag steht das letzte Testspiele in der Region an, bevor das Team des VVV-Venlo sich in die Sommerpause verabschiedet. Tickets sind an der Abendkasse erhältlich:

18.05.2018 – 19.00 Uhr – Testspiel gegen SV Panningen (8. Liga, Niederlande) – Sportpark Panningen Noord, Panningen