Mit drei Hammerschlägen in die närrische Session

Vor der illuminierten Narrenmühle traten am Samstag die Dölker Narren und zahlreiche Gäste aus der Gesamtstadt zusammen, um das Kinderprinzenpaar Niels I. und Lilou I. zu verabschieden und dem traditionellen Ritt um die Mühle beizuwohnen.

Viersen-Dülken – Im Schein der Narrenmühle spielte der Tambour Corps Dülken 1926 und ebenfalls aus Viersen-Rahser waren Musiker nach Dülken gekommen um einem besonderen Ereignis beizuwohnen. Jährlich eröffnen die Dülkener hier den Karneval, für den die Narrenstadt weit über die Region hinaus bekannt ist. Schon 1505 traf man sich an einer Mühle, damals noch an der Tränkenmühle vor dem Süchtelner Tor außerhalb der Stadtmauer und des Stadtbanns.

Sie war die „Ur“-Mühle, die zunächst im Jahr 1800 durch einen Orkan zerstört und nach dem Wiederaufbau 1880 bei einem Brand zerstört wurde. 1809 baute dann Witwe Holtz die heutige Narrenmühle zur Nutzung als Kornmühle vor dem Gladbacher Tor.

„Seit 1810 treffen wir uns an dieser Mühle, die im 1906 an die Stadt Dülken, damals freie Hansestadt Dülken, übergeben wurde“, so Rector magnificus Dr. Volker Müller in seiner Ansprache. „Im Jahr 1912 eröffneten wir hier ein Museum, im Jahre 1937 übergab die Stadt Dülken die Mühle zur Nutzung und Betreuung.“ Hier tagt seit 1950 der Senat der Narrenakademie im Großen Weisheitssaal und daran hat sich bis heute nichts geändert. „Unsere Mühle ist das Wahrzeichen von Dülken. Wir lieben unsere Mühle alle. Wir haben sie auch gehegt und gepflegt, haben vor einigen Jahren einen Förderverein gegründet, damit die Mühle immer restauriert werden kann“, fuhr Dr. Müller fort, berichtete von tausenden Besuchern, die jährlich das Narrenmuseum besuchen. Üblicherweise zumindest, denn in diesem Jahr war es anders. Die nicht mehr standfeste Mühle bekam ein Korsett. „Nächstes Jahr am 11.11. wird es wahrscheinlich schon besser aussehen, geplant ist das 2019 die Mühle wieder in altem Glanz erstrahlt“, denn eines wäre sicher „Wir schaffen das“.

Zu Wort kamen aber auch die kleinen Tollitäten, die Dülken alleine, in Ermangelung eines großen Prinzenpaares, mit viel Herz und Freude in der vergangenen Session repräsentiert haben. Sie standen auf zahlreichen Bühnen und zeigten immer wieder erneut ihre Leidenschaft für das närrische Winterbrauchtum. „Es war eine tolle Session für uns und wir werden diese Zeit immer in Erinnerung behalten“, so Lilou I., die sich gemeinsam mit ihrem Kinderprinzen Niels I. bei ihren Eltern, den engagierten Crazy Kids, dem Vaterstädtischen Verein und allen Sponsoren sowie Unterstützern bedankten. Ein besonderer Dank ging dabei nach Süchteln, denn ohne die unbürokratische Hilfe über die Stadtteilgrenzen hinweg mit dem Verleihen des Süchtelner Kinderprinzenwagens hätte Dülken nicht nur ohne „großes“, sondern auch ohne „kleines“ Kinderprinzenpaar den Höhepunkt der Session, ihren Rosenmontagszug feiern müssen.

So floss die eine oder andere kleine Träne, als die Dülkener ihr Kinderprinzenpaar verabschiedeten und Rector magnificus Dr. Volker Müller mit drei Hammerschlägen an der Türe der Narrenmühle und erneut in diesem Jahr ohne „großes“ Prinzenpaar, dafür aber mit einem alten und neuen Kinderprinzen, die Session mit dem neuen Motto „Lot’se ma kalle“ einläutete und dabei zum dreifachen Ritt um die Mühle einlud. Eine Einladung, der die vielen Vereine gerne folgten und sich der Narrenakademie auf ihren Steckenpferden anschlossen, bevor sich der Tross mit karnevalistischen Liedern und begleitet von hell leuchtenden Fackeln in Bewegung zum Kolpinghaus setzte. (dt)

Foto: re

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.