Karnevals-ABC: Wussten Sie schon?

Die närrischen Tage mit dem Höhepunkt der Karnevalssession stehen bevor – dem Straßenkarneval. Unser Karnevals-ABC gibt einen Überblick für alte Hasen, Möhnen und Jungspunde. 

Foto: Lena Lindell

A wie Aloha
Narrenrufe gehören zum Karneval dazu. So heißt es in Düsseldorf „Helau“ und in Köln „Alaaf“. Aber auch „Pott Heißa!“, „Narri-Narro“ und „Berlin, Hajo! Karneval an der Spree, ole, ole, ole!“ werden dir in Städten wie Hildesheim, Konstanz und Berlin entgegengerufen.
In Viersen kennen wir eher „Viersche Helau“, „Gloria tibi Dülken“,  „Soetelsche Muuresoat“ oder „Ki Ka Kaia“.

B wie Bützchen
Die Karnevalsküsschen sind in vielen Gegenden als Bützchen bekannt. Sie werden auf die Wangen gegeben und wer Fremden gegenüber eher scheu ist, wird schnell lernen, wie vertraut man im Karneval miteinander umgeht.

C  wie Carne vale!
Der ursprüngliche Begriff „Karneval“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet, ganz frei übersetzt, „Fleisch, lebe wohl!“. Somit ist der Ausdruck „Karneval“ schon eine Andeutung auf die bevorstehende Fastenzeit, welche am Aschermittwoch beginnt.

D wie Dreigestirn
In Köln sind es nicht Prinz und Prinzessin, sondern das Dreigestirn, welches aus Bauer, Prinz und Jungfrau besteht.

E wie Elf
Die Elf, im Christentum steht sie für die Sünde, für das Brechen der zehn Gebote, für die Maßlosigkeit in der Zahlenmystik. Man kennt sie aber auch als Schnapszahl und als Zeichen der Narren.

F wie Faschingsgrenze
Fasching, Karneval, Fasnet – überall heißt es anders. An allen Orten südlich der Linie Bonn-Erfurt redet man von Fasching und Fastnacht. Nördlich davon (ausgenommen in Sachsen und Brandenburg) ist die Rede vom Karneval.

G wie Gleichheitsprinzip
Einer der schönen Aspekte beim Karneval  ist, dass hier alle gleich sind.  In der lustigsten Zeit des Jahres zählt einzig und allein gemeinsam Spaß zu haben und gemeinsam zu feiern.

H wie Hochburgen
Die Hochburgen, also Zentren des Karnevals sind u. a. das Rheinland, Rheinhessen, Südhessen, Münsterland, in der Lausitz, Franken und Baden-Württemberg (Schwäbisch-alemannische Fastnacht).

I wie Insignien
Die Insignien sind die Zeichen der Macht der Narrenherrscher. Hierzu gehören der Prinz mit seiner Pritsche oder seinem Zepter, der Bauer mit den Schlüsseln zur Stadt und die Jungfrau oder Prinzessin mit dem Spiegel, um „ihre Lieblichkeit“ darin betrachten zu können.

J wie Jahreszeit, die fünfte
Karneval wird auch die „fünfte Jahreszeit“ genannt. Dazu gehören genau vier närrische Tage im Jahr … der Nelkensamstag, der Tulpensonntag, der Rosenmontag und der Veilchendienstag.

K wie Kamelle
Kamelle, lecker, denn es handelt sich um die Süßigkeiten, die vom Umzugswagen im Karneval  verteilt werden. Mit vollen Tüten ziehen nach den Zügen die Kinder nach Hause. Ein letztes Mal richtig viel Zucker, bevor die Fastenzeit beginnt.

Foto: Madeinitaly

L  wie Lieder
Jeder kennt sie und jeder kann sie mitsingen, die Karnevalslieder, die man im Zug an jeder Straßenecke und auf den Veranstaltungen hört. Karneval ohne Musik wäre kein Karneval und so gehört es zum guten Ton mitzuschunkeln und in die Hände zu klatschen.

M wie Morgestraich
Jeder Karnevalist sollte ihn einmal erlebt haben, den „Basler Morgenstraich“. Hier heißt es in den frühen Morgenstunden: „Achtig! Morgenstraich! Vorwärts, marsch!“ und ein Laternenzug setzt sich bei dunkler Straße begleitet von heller Flötenmusik in Bewegung .

N wie Nubbel
Der Nubbel, ein Sündenbock, der für alles büßen muss, gehört im Kölner Karneval einfach dazu. In der Karnevalszeit büßt er für alles, was die Kölner schlechtes begangen haben. Wenn dann in der letzten Karnevalsnacht der Redner fragt: „Wer ist schuld, dass wir unser Geld versoffen haben?“, ruft die Menge: „Dat wor der Nubbel! Er soll brennen!“ und der Nubbel brennt Sekunden danach lichterloh.

O wie Öffnungszeiten
Karneval vergeht die Zeit einfach anders und Büros sowie Läden bleiben geschlossen. Es ist also ratsam, Einkäufe vorher zu erledigen damit jeder mitfeiern kann.

Sch wie Schunkeln
Es gehört im Karneval dazu wie das Bützchen. Geschunkelt wird wenn es passt und bei einem guten Karnevalslied macht der ganze Saal mit. Es gilt also, sich rechts und links einzuhaken und dann in beide Richtungen zu Schunkeln. Nicht mitschunkeln kommt gar nicht in Frage und wird häufig mit Verachtung gestraft.

S wie Stunksitzung
Stunksitzungen sind weit verbreitet, wird hier doch das angesprochen, was den Menschen auf der Seele liegt. Persönlichkeiten (meist sind es Politiker) werden mit spitzer Zunge aufs Korn genommen. Gerade Kabarettisten kennen hier kein Erbarmen und so kommt es häufig zum Stunk, wenn die Meinungen auseinander gehen.

T wie Tuntenlauf
Der Tuntenlauf ist eher in Düsseldorf bekannt. Denn bei diesem Ereignis finden sich am Karnevalssamstag auf der Kö zahlreiche Männer auf High Heels und ausgefallenen Kostümen ein.

V wie Verkleidungspannen
Ein Kostüm gehört im Karneval einfach dazu. Es gibt aber einige Kostüme, die man nicht auswählen sollte, wenn man nicht von jedem Feiernden, der seine Sinne auch schon nicht mehr beisammen hat, angesprochen werden möchte. Dazu gehören Kätzen oder auch Krankenschwestern. In Acht sollte man sich bei dem männlichen Geschlecht vor Piloten und Polizisten nehmen.
Und wer als Mann im Matrosenkostüm geht, der gehört schnell dem „männlichen Freiwild“ an.

W  wie Weiberfasching
Weiberfastnacht oder Wieverfasteloovend, Altweiberdonnerstag, Fettdonnerstag oder auch „Schmutzige Dunschtig“, also schmutziger Donnerstag (Schmutz oder Schmotz ist Fett, in dem das Fasnachtsgebäck gebacken wird).  Ein Tag mit vielen Namen, doch eines ist fast überall gleich. Am Donnerstag vor Aschermittwoch gehen die „Weiber“ auf die Jagd und schneiden jedem den Schlips ab, der ihnen in die Quere kommt. Dies gilt als Symbol der Entmachtung der Männer.

Y wie Y-Kutsche
Ein Brauch, der nur in vereinzelten Gegenden gefeiert wird. In der Y-Kutsche sitzen im Karnevalszug die, die am wenigsten an die Karnevalsgesellschaft gespendet haben. Es handelt sich hier um einen Zweispanner, während die großzügisten Spender im Vierspanner sitzen dürfen.

Z wie Zoch
Der Höhepunkt der Karnevalszeit ist der Zoch, der Karnevalszug. Den längsten Karnevalszug findet man, mit einer Länge von sechs Kilometern, in Köln. Er ist so lang, dass der erste Wagen sein Ziel erreicht, wenn der letzte Wagen noch auf seinen Start wartet. Es dauert durchschnittlich vier Stunden bis alle ca. 11.000 Teilnehmer durch Köln gezogen sind. Wer in Köln noch nicht genug gesehen hat, den zieht es nach Braunschweig, denn auch zieht ein Karnevalszug von fast sechs Kilometer Länge. (re)

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