„Hilfe, mein Facebook-Profil wurde kopiert!“

In den vergangenen Tagen wurden erneut zahlreiche Facebook-Profile aus Viersen und der Region kopiert oder geknackt. Doch welches Ziel haben die Betrüger und was kann der Facebook-User dagegen tun?

Viersen/Region – Aktuell rollt wieder eine Hacker-Welle durch das soziale Netzwerk Facebook, bei dem komplette Profile eins zu eins kopiert werden. Dabei sollten bei den Personen, die eine Anfrage von einem bereits bestehenden Freund bekommen, die Alarmglocken schrillen.

Dabei gehen die Cyber-Kriminellen gezielt vor und kopieren komplette Facebook-Profile, angefangen vom gleichen Namen bis hin zum gleichen Foto – häufig sogar so gut, dass diese Profile nicht vom Original zu unterscheiden sind. Mit diesem Profil pingen sie fleißig die Freunde des Original-Profils an – umso wichtiger ist es, die Freundesliste auf nicht öffentlich, noch besser nur auf den User privat zu stellen. Sobald ein Freund diese Fake-Anfrage angenommen hat, bekommt er eine persönliche Nachricht in der er gebeten wird seine Telefonnummer zu übersenden. Mit dieser Nummer wird ihm eine SMS mit einem Zahlencode zugeschickt und eine Nachricht mit der Bitte diesen Code an das Fake-Profil in einer Nachricht zu übersenden. Genau hier schnappt die Falle zu, denn diese Codes werden u. a. bei Zahlungsdienstleistern z. B. Paypal eingelöst – die Rechnung verbleibt bei dem Handybesitzer. Ähnlich verläuft es bei den Fake-Profilen leicht bekleideter Damen, die auf der Suche nach etwas Spaß sind – auch hier geht es nur um Betrug und monetären Diebstahl.

Nehmen Sie deshalb keine Person mit gleichem Profil an und seien Sie misstrauisch. Kontaktieren Sie ihren ersten Freund und fragen sie nach. Geben Sie zudem niemals persönliche Daten preis und achten Sie auf auffällige Rechtschreibfehler oder eine andere Schreibweise, als Sie es von Ihrem Original-Freund gewohnt sind. Sollten Sie Kenntnis von einem Fake-Profil erhalten oder feststellen, dass Ihr eigenes Konto gehakt wurde, melden Sie dies der Facebook-Zentrale. So kann das falsche Profil gesperrt werden und wird für den Cyber-Kriminellen uninteressant. Dazu gehen Sie auf die Fake-Seite, klicken Sie auf die drei Punkte, dort auf „Melden“ und folgen den dortigen Anweisungen.

Zudem ist es wichtig die eigenen Freunde zu warnen, wenn Sie Kenntnis über diese Betrugsmasche erhalten. Informieren Sie sie über einen Post auf Ihrem Profil.

Doch was tun, wenn man bereits in die Falle getappt ist? Um finanziellen Schaden zu vermeiden empfiehlt es sich unverzüglich den eigenen Anbieter und andere Dienste (PayPal), über die Geld fließen könnte. Erstatten Sie danach Anzeige beim jeweiligen Landeskriminalamt. Mittlerweile wurde durch die wachsende Internet-Kriminalität ein Bereich für Spezialeinheiten eingerichtet. Diese konnten bereits die Machenschaften einiger Banden aufdecken, aber ohne Hinweise und Mithilfe der Opfer geht es nicht. Dazu bieten die Verbraucherzentralen zusätzlich eine telefonische Beratung im Schadenfall an.

Ganz wichtig!

Ändern Sie Ihr Passwort und stellen Sie Ihre Freundesliste auf nicht öffentlich. Diese Einstellung können Sie in Ihren Privatsphäre-Einstellungen in Ihrem Profil vornehmen. Am sichersten geht es mit der Einstellung „Nur ich“ – eine offene Liste ist das ideale Ziel der Cyber-Kriminellen.

Dazu bieten zahlreiche Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre an. Diese Einrichtung sorgt für das blockieren von zusätzlichen Diensten, die neben dem Handyvertrag Kosten verursachen würden. Hierdurch können Betrüger nicht auf die Dienste zurückgreifen, mit denen sie dem Opfer einen finanziellen Schaden herbeiführen würden. (pl)

Foto: Alexandra / München

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.