Gericht befragt weitere Zeugen im Fall Luca aus Dülken

Rettungskräfte, der Bruder des Angeklagten und Freunde der Familie wurden beim dritten Prozesstag im Fall des vermutlichen Tötungsdelikts um den 5-jährigen Luca Z. aus Dülken gehört.

Viersen-Dülken – Auch beim heutigen Prozesstag waren zahlreiche Zuschauer anwesend, die bereits an den vorhergehenden Verhandlungen teilgenommen hatten. Weiterhin ruft der Fall großes öffentliches Interesse hervor.

Unter den Zeugen zunächst drei Feuerwehrleute, die am Tag des Vorfalls vor Ort waren und das Kind bewusstlos vorfanden. Gegen 9.30 Uhr seien die Rettungskräfte in der Wohnung der 24-Jährigen eingetroffen. Ein Feuerwehrmann berichtete von den verzweifelten Rettungsversuchen des Angeklagten Martin S. und von Blut im Mund des 5-Jährigen. Der Junge hätte auf dem Boden des Kinderzimmers gelegen, Martin S. hätte versucht ihn mit einer Herzdruckmassage zu reanimieren.
Als gefasst und klar beschrieb er den Angeklagten, die Mutter des Jungen fast hysterisch. Er war zum Zeitpunkt des Auffindens stark eingenässt, auffallend wäre die blaue Haut gewesen, Luca erbrach Speisereste bei den Hilfsversuchen.

Nach Ankunft im Krankenhaus wurde das Kind in einem Schockraum behandelt, hier traf wenig später ebenfalls der leibliche Vater ein. Aussagen, die von der Unfallchirurgin bestätigt wurden. Bereits im elterlichen Haus ging sie von dem Tod des Jungen aus, der keinen Herz- und Pulsschlag mehr aufwies. Der tatsächliche Tod wurde nach genaueren Untersuchungen im Krankenhaus bestätigt. Vor Ort zeigte das Elektrodiagramm eine Nulllinie, Anästhesist und Kinderarzt im Krankenhaus konnten nichts mehr für den Jungen tun. Gegen drei Uhr hätte die Mutter das Kind zuletzt lebend gesehen, bei der Polizei hatte die Ärztin ausgesagt, dass Martin S. den letzten Kontakt zu Luca gehabt hätte, diese Aussage konnte sie vor Gericht nicht mehr bestätigen.

Als weitere Zeugin beschrieb eine Freundin der Familie die Kindheit des Angeklagten, der wegen Totschlags und Körperverletzung in zwei Fällen angeklagt ist. Die Mutter, Amanda Z., muss sich wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen wegen Unterlassung verantworten. Die Beziehung der beiden wäre wechselhaft gewesen, Amanda Z. hätte den Angeklagten mehrfach betrogen, so auch mit dem leiblichen Vater des Jungen. Der Angeklagte wollte sich bei einer solchen Trennung bereits das Leben nehmen.
Die Mutter wäre ihr nicht negativ, jedoch sehr emotionslos aufgefallen. Eine weitere Zeugin berichtete, Amanda Z. hätte von Spermaspuren auf dem Kind erzählt und das Oberteil ausgetauscht. Diese Aussage wurde in der Verhandlung nicht näher vertieft.
An Drogen, Partys, Polizeibesuchen und ein häufig schreiendes Kind erinnerte sich die 40-jährige Nachbarin. Durch die Decke ihrer Wohnung hätte sie Luca schreien hören, auch die Vermutung von Streitigkeiten aufgrund lauten Polterns warf sie ein. Den Konsum der Drogen hätte sie im Flur riechen können.
Eine Aussage zur Tatnacht konnte sie nicht machen, Gewalt gegen den Jungen bestätige sie nicht. Die Verhandlung wird in der nächsten Woche fortgesetzt. (re/gd)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.