Die Botschaft Jesu bietet Antwort auf die Herausforderungen der Wissensgesellschaft

Zwischen dem Verhalten, das die digitalisierte Arbeitswelt den Berufstätigen abverlangt, und dem Verhalten, welches das Evangelium fordert, gibt es zahlreiche Übereinstimmungen.

Literatur – Das ist die Kernthese von Erik Händeler. Daher sieht er in der digitalen Revolution auch eine Chance für Glaube und Kirche. Sein neues Buch „Himmel 4.0“, in dem er diese Gedanken entfaltet, stellte der stellvertretende Vorsitzende des KKV Bayern jetzt in Nürnberg im Caritas-Pirckheimer-Haus vor.

In einer Wissensgesellschaft komme es darauf an, so Händeler, dass man Wissen teile. Dies gelinge nur, wenn man ehrlich sei, konstruktiv miteinander streite, seinen Beitrag als Dienst für die Kollegen verstehe, Autorität nicht verabsolutiere. Das entspreche Forderungen Jesu: „Dein Ja sei ein Ja, dein Nein ein Nein.“ „Nicht 7mal sollst du vergeben, sondern 77mal.“ „Wer unter euch der Erste sein will, muss der Diener aller sein.“

Den Grund sieht Händeler in den Bedingungen einer Wirtschaft, in der eine große Informationsflut und stark ausdifferenziertes Wissen bewältigt werden müssen. „Um unter diesen Bedingungen produktiv zu sein, sind wir im Beruf aufeinander angewiesen.“ Jeder Mitarbeiter sei wichtig, jeder müsse sein Wissen und Können einbringen, um ein Unternehmen zum Erfolg zu führen. Dies, meint Händeler, sei auch ein kirchliches Thema. Denn das Christentum betone, dass jeder Mensch wertvoll sei und von Gott Talente erhalten habe.

Davon verspricht sich Händeler eine neue Attraktivität des christlichen Glaubens. Die Ethik der Bergpredigt werde auf einmal zum Erfolgsfaktor im wirtschaftlichen Wettbewerb. Daher ist Händeler auch von einer positiven Zukunft Europas überzeugt. Gesellschaften mit einer Gruppenethik, in der das Kollektiv alles und der einzelne nichts sei oder die Kaste und nicht das Können entscheide oder nur die eigene Gruppe gelte und alle anderen als böse Feinde bekämpft werden, seien langfristig unterlegen.

Händeler erhofft sich aber auch positive Effekte auf die Kirche. Gläubige, die im Beruf gelernt hätten, dass jeder einen wichtigen Beitrag zu leisten habe, könnten in einer Kirche, der die Priester und Hauptamtlichen ausgehen, leichter Verantwortung übernehmen. „Auch eine bessere Streitkultur würde Kirche wieder attraktiver machen.“

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