Das Freilichtmuseum als Eisenbahn-Kulisse

Eigentlich war Daniel Mrugalski privat zu Besuch im Niederrheinischen Freilichtmuseum des Kreises Viersen. Doch glücklicherweise war der Inhaber der Firma DM-Toys aus Issum mit einem Gedanken auch bei der Arbeit, als er zwischen den historischen Höfen auf dem Museumsgelände mit seiner Familie spazierte. Die Dorenburg, die Fachwerkhäuser, das kleine Spritzenhaus der Feuerwehr – allesamt ideale Vorlagen für die Modelleisenbahn-Kulissen seiner Firma. „Ich machte sofort Handyfotos der einzelnen Gebäude und schickte sie noch am Abend zu meinem Produktionsleiter und Chefentwickler“, sagt Mrugalski. Von da an nahm alles seinen Lauf.

Grefrath – Ab sofort können Modelleisenbahner weltweit die Dorenburg und einige der Fachwerkhäuser auf ihre Anlage setzen. Kreisdirektor und Kulturdezernent Ingo Schabrich freut sich, dass das Projekt realisiert werden konnte: „Durch die Bausätze wird unser Museum und der Kreis Viersen noch bekannter. Das ist eine tolle Werbung.“ Die Käufer erhalten mit jedem Gebäude eine Information zum Haus und dem Standort im Niederrheinischen Freilichtmuseum. Neben der Werbewirkung freut Museumsleiterin Anke Wielebski vor allem die Detailtreue: „Man sieht den Dioramen an, wie liebevoll sie gestaltet sind: Vom Blumenkübel bis zur Laterne ist an der Dorenburg alles vorhanden.“ Doch bis es soweit war, warteten auf die Mitarbeiter von DM-Toys jede Menge Arbeitsschritte. Zunächst vermaßen, fotografierten und dokumentierten die Mitarbeiter die Gebäude. Es folgte eine grundsätzliche Machbarkeits- und Kostenabschätzung. Die Produktion begann mit dem Zeichnen der einzelnen Bauteile sowie einer Probeproduktion der Laser Cutter samt Testzusammenbau und mehrmaliger Fehlerbeseitigung. Dann entwickelten die Mitarbeiter die Bauanleitung, bauten die Dioramen zur Probe auf und erstellten eine Verpackung. Mrugalski: „Erst nach all diesen Schritten beginnt dann die eigentliche Produktion.“ Rund 200 unterschiedliche Laser-Cut-Modelle fertigt die Firma an ihrem Sitz in Issum. Eine Serie – wie die der Gebäude aus dem Niederrheinischen Freilichtmuseum – ist aber Neuland. Die Nähe zum Museum mache dies möglich, erklärt der Inhaber. „Und die Begeisterung aller Mitarbeiter für die historischen Gebäude.“ Als erstes können die Modelleisenbahner ihre Anlagen mit der Dorenburg schmücken. Es folgen die Gerberei und weitere Fachwerkbauten. Nach und nach sollem alle Gebäude des Museums entstehen. Die Dorenburg gibt es ab sofort im Museumsshop und online zu kaufen: den Bausatz im Maßstab 1:87 für die Spurweite H0 (zum Beispiel für Märklin) über die Homepage www.modellbahnunion.de und den Bausatz im Maßstab 1:160 für die Nenngröße N (für Minitrix) über die Homepage www.dm-toys.de. Die Dorenburg im Miniaturformat kostet 69,99 Euro. Andere Gebäude liegen zwischen 10 und 100 Euro. Die ersten Modelle sind bereits verkauft: Eine Dorenburg hat demnächst in Texas ihre Heimat, eine in Erkelenz und eine in Brüggen.

Auch im Freilichtmuseum werden die Gebäude stilecht in Szene gesetzt: Auf der Modelleisenbahnanlage im Obergeschoss des Spielzeugmuseums drehen schon bald einige Züge ihre Runden durch die Minitatur-Kulisse des Niederrheinischen Freilichtmuseums.

Foto: Kreis Viersen

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