Bürgerinitiative Viersen-Hamm e. V. aktiv für Mensch und Tier

Die anhaltende Dürre, auch wenn sie zumindest aktuell durch einen kurzen, nassen Temperaturabfall abgemildert wird, schränkt das Grünfutterangebot der Wildtiere enorm ein. Die Gänse und Enten im Hamm leiden schwer unter der Trockenheit. Mit bürgerschaftlichem Engagement geht nun die Bürgerinitiative Viersen-Hamm e. V. mit gutem Vorbild voran.

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Die Enten und Gänse am Rückhaltebecken in Viersen-Hamm sind beliebter Foto- und Beobachtungstreffpunkt für Familien, Spaziergänger und Fotografen. Gerne werden die Tiere dann mit Brot angelockt. Doch gerade dieses Füttern um die Tiere aus der Nähe zu betrachten kann zur Gefahr für die Wasserbewohner werden. Was in der Vergangenheit „gut“ war dreht sich in modernen Zeiten ins Negative.

Eine Situation, welche nicht nur in Viersen-Hamm immer noch alltäglich ist. Das aufgestellte Schild beachten die wenigsten Brotfütterer, füttern gerade jetzt, wo die Tiere nicht genug natürliches Futter finden können und bringen sie noch mehr in Gefahr. Hier greift nun die engagierte Bürgerinitiative Viersen-Hamm e. V. (BIVH) ein und füttert in Absprache mit dem Wasser- und Bodenverband der mittleren Niers die Enten und Gänse mit speziellem Geflügelfutter. „Es war insbesondere das ausgeprägte Sozialverhalten der Tiere zu beobachten. Die älteren Gänse haben zuerst die Jungtiere fressen lassen und haben sie vor Konkurrenz beschützt. Davon könnten sich einige Mitbürger eine Scheibe abschneiden“, so die Bürgerinitiative. „Abends haben wir die Futterstellen kontrolliert und fanden die Futterstellen bis aufs letzte Körnchen leergefegt. Scheint also zu schmecken. Wir füttern weiter mit Geflügelfutter.“

Denn Brot enthält zu viel Salz, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker, was schnell den Stoffwechsel der Tiere durcheinander bringen kann. Das Brot, das im Magen der Tiere aufquillt, wird zudem nicht richtig verdaut und wirkt wie ein Fast Food, kann zum Tod der Tiere führen. Enten leiden durch das kalorienreiche Brot ebenfalls verstärkt an unheilbaren „Engelsflügeln“. Hierbei spreizen sich die äußersten Flügelgelenke seitlich ab und das Fliegen wird nicht mehr möglich. Bei Gänsen kann trockenes Brot zu einer noch größeren Gefahr werden. Es gab bereits Fälle in denen die Tiere trockenes Brot aufnahmen, danach tranken und das Brot im Hals aufquoll. Die Tiere verendeten elendig. Dazu kommt, dass häufig alte Brotreste verfüttert werden die bereits Schimmel aufweisen der nicht nur schädlich für Menschen, sondern auch für die Tiere ist. Die Pilzgifte (Aflatoxine) bringen nicht nur die Enten, sondern auch die Fische in Lebensgefahr. (ik/dt)

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