Brücke am Hammer Bach bleibt weiterhin gesperrt

Im August letzten Jahres hatte der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers die Fußgängerbrücke am Hammer Bach gesperrt. Die Abkürzung zwischen Bebericher Straße und Weiherstraße fiel für Anwohner und Spaziergänger weg. Auf den gewohnten Weg werden die Betroffenen auch weiterhin verzichten müssen, denn die Reparatur der Brücke ist zurzeit nicht geplant und der Neubau anderer Querungsmöglichkeiten wird noch einige Jahre dauern.

Foto: Rheinischer Spiegel

Viersen – Die Brücke mit der typisch bürokratischen Bezeichnung „Hammer Bach/HRB 1, Auslauf Weiherstraße“ ist mit großen Sperrgittern eingezäunt. Eigentlich bildete sie seit ihrem Bau 1991 eine Fußwegverbindung zwischen Bebericher Straße und Weiherstraße. Bei einer turnusmäßigen Prüfung auf Verkehrssicherheit im Herbst 2017 war festgestellt worden, dass die Brücke vom Schwamm befallen ist. Eine Reparatur der Holzbrücke würde einen sechsstelligen Betrag umfassen. Seitdem hoffen Anwohner und Spaziergänger auf eine Sanierung durch den Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers, geplant ist allerdings der Bau neuer Brücken – in zwei bis drei Jahren.

Denn erst dann werden die Planungen des Wasser- und Bodenverbandes der Mittleren Niers umgesetzt, die sich um das Überschwemmungsgebiet des Hammer Baches drehen. Für den Bau eines neuen Hochwasserrückhaltebeckens hat der Wasser- und Bodenverband der Mittleren Niers von der Stadt Viersen und privaten Eigentümern in den letzten Jahren mehrere Grundstücke im Überschwemmungsgebiet des Hammer Baches rund um den Rothweg erworben. Dazu gehörte auch die Fläche mit alten Stallgebäuden. Alle Flächen liegen im festgesetzten Überschwemmungsgebiet des Hammer Baches und sind daher ohnehin aus rechtlichen Gründen nur bedingt bebaubar. So ergab sich für den Verband die Möglichkeit, die Hochwassersituation weiter zu entschärfen.

Überlegungen haben zu ersten Entwürfen geführt, die im Einklang mit der EG-Hochwassermanagementrichtlinie auch die Hochwasserrisiken für die flussabwärts unterhalb des Rothwegs liegenden Flächen deutlich verringern sollen. Dabei werden vor allem die bereits erworbenen Flächen genutzt. Der alte, durch die vorhandene Bebauung stark eingeengte Verlauf des Hammer Baches soll zugunsten eines neuen Gerinnes, das das Becken an seiner tiefsten Stelle durchfließt, aufgegeben werden. Gleichzeitig versucht der Wasser- und Bodenverband der mittleren Niers den Hammer Bach auch im weiteren Verlauf bis zum Rückhaltebecken 4 zu renaturieren und wieder offen zu legen, da die vorhandenen langen Verrohrungen hydraulische Engpässe darstellen.

Hintergrund der Planung ist die Hochwassersituation am Hammer Bach, denn der Hammer Bach fließt vom Quellgebiet in der Bockerter Heide durch die Ortsteile Ober- und Unterbeberich, Hamm und Düpp und mündet nach einer Lauflänge von 6,7 km südlich der Krefelder Straße (L29) in die Niers. Im Laufe der Jahre wurde der Hammer Bach in seinem Lauf begradigt und technisch ausgebaut. Die Siedlungsgebiete wurden mit der Zeit ebenfalls vergrößert und somit auch die Menge an Niederschlagswasser, die dem Hammer Bach zugeführt wird. Aufgrund der Hügel im Einzugsgebiet des Hammer Baches und der weitläufigen ackerbaulichen Nutzung führen Regenereignisse schnell zu einem Ansteigen des Wasserstandes im Hammer Bach. Hochwasservorsorge in Siedlungsgebieten ist ein vorrangiges Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Infrastruktur und der Naturräume. Durch die Umsetzung der Planung sollen die Ziele Hochwasserschutz und ökologische Verbesserung am Hammer Bach umgesetzt werden.

Ziel ist eine naturnahe, geschwungene Linienführung sowie die Schaffung naturnaher Retentionsflächen zur Hochwasserprävention. Mit der Maßnahme werden die in den 1990er Jahren errichteten fünf Hochwasserrückhaltebecken im Hauptfluss am Hammer Bach und vier Rückhaltebecken an den Nebengewässern des Hammer Baches ergänzt. Vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer Verhältnisse sind der Bau weiterer Becken und die Erweiterung vorhandener Becken in Planung. (Wasser- und Bodenverband der mittleren Niers/dt/ik)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.